Bugenhagen, Johannes
Bugenhagen, Johannes (24.6.1485 Wollin, Pommern – 20.4.1558 Wittenberg), bedeutender Exeget und einflußreicher Kirchenorganisator. Studierte ab 1502 in Greifswald und wurde 1504 Rektor der Schule in Treptow. 1509 wurde er zum Priester geweiht. Früh sind humanistische Interessen und Abwendung von der...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | Bugenhagen, Johannes (24.6.1485 Wollin, Pommern – 20.4.1558 Wittenberg), bedeutender Exeget und einflußreicher Kirchenorganisator. Studierte ab 1502 in Greifswald und wurde 1504 Rektor der Schule in Treptow. 1509 wurde er zum Priester geweiht. Früh sind humanistische Interessen und Abwendung von der Scholastik feststellbar. Aufgrund seiner Bibelstudien erhält er 1517 das neu eingerichtete Lektorat über die Hl. Schrift im Kloster Belbuck. Im Auftrag des Herzogs von Pommern stellt er 1518 eine Chronik des Landes zusammen (»Pomerania«). 1520 verweist er empfehlend auf Luthers Schriften und reist 1521 nach Wittenberg, um Theol. zu studieren. Er wohnt bei Melanchthon, liest über die Psalmen und springt für Luther nach dessen Abreise zum Wormer Reichstag ein. 1522 heiratet er, vier Kinder können großgezogen werden. 1523 wird B. Stadtpfarrer in Wittenberg, setzt aber seine exegetische Arbeit an der Universität fort. 1524 wird er von einer Hamburger Gemeinde berufen, aber der Rat erhebt Einspruch gegen den verheirateten Priester. 1525 wendet er sich als erster Wittenberger Theologe gegen Zwinglis Abendmahlslehre. Zw. 1528 und 1542 hält er sich oft über längere Zeit hin in Norddeutschland und Dänemark auf und schafft Kirchenordnungen: 1528 Braunschweig, 1529 Hamburg, 1531 Lübeck, 1534 Pommern, 1537 Dänemark, 1542 Holstein, 1543 Braunschweig-Wolfenbüttel und 1544 Hildesheim. Während seiner Abwesenheit vertritt Luther den Stadtpfarrer, der 1533 in Wittenberg zum Dr. theol. promoviert worden war. Im gleichen Jahr wurde er Superintendent für den Kurkreis rechts der Elbe. 1536 wurde sein Stadtpfarramt mit der vierten theol. Professur verbunden. B. wurde Luthers Beichtvater und blieb in Wittenberg auch nach dem Übergang der sächsischen Kurlande an Moritz von Sachsen. 1541 hätte er Bf. in Schleswig werden können, 1544 in Cammin, nachdem er schon 1537 Christian II. zum König von Dänemark gekrönt hatte – seine kirchenleitenden Fähigkeiten wurden früh erkannt. Aber er behielt die in Wittenberg übernommene Aufgabe bei, publizierte zahlreiche Komm. über bibl. Schriften und scheute auch polemische Auseinandersetzungen nicht. B. hat sich in Wittenberg eng an Luther und Melanchthon angeschlossen, was sich vor allem in seiner Deutung der Rechtfertigung zeigt. Die theol. Arbeiten, die er vor den Kirchenordnungen geschaffen hat, bestimmen diese etwa in der Betonung der Kindertaufe oder der Realpräsenz Christi im Abendmahl. B.s Arbeiten waren weit verbreitet, zunächst auch unter Humanisten und im oberdt. und Schweizer Raum. Seine Übertragung der Bibelübersetzung Luthers ins Plattdeutsche ist früher erschienen als die hochdt. Fassung. Bes. geschätzt war seine »Passionsharmonie«, die in verschiedene Sprachen übersetzt und bis in unser Jh. hinein in Gottesdiensten verwendet wurde. |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_02509 |