Entrückung
Entrückung, religionsgeschichtlich. E. meint den durch göttliche Mächte bewirkten plötzlichen Wechsel an einen entzogenen Ort, meist den Himmel (Himmelfahrt), aber auch in ein fernes Land, auf einen Berg etc. Sie kann vorübergehender Bewahrung oder ekstatischem Offenbarungsempfang dienen; als Altern...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | Entrückung, religionsgeschichtlich. E. meint den durch göttliche Mächte bewirkten plötzlichen Wechsel an einen entzogenen Ort, meist den Himmel (Himmelfahrt), aber auch in ein fernes Land, auf einen Berg etc. Sie kann vorübergehender Bewahrung oder ekstatischem Offenbarungsempfang dienen; als Alternative zum Tod wird sie Menschen mit bes. Gottesbeziehung zuteil. Da sie leiblich, nicht nur als Aufnahme der Seele, erfolgt, bleibt die Suche der Hinterbliebenen oft vergeblich, und ein Grab fehlt. Häufig bewältigt man so unnatürlichen oder ungeklärten Tod. Der Entrückte kann gottgleich werden und eine eschatologische Aufgabe erfüllen. Solche E. schreibt die ao. Flutsage ihrem Helden (sum. Ziusudra, bab. Utnapištim), das AT Henoch (Gen 5,24) und Elia (2Kön 2,1.11) zu. Das hell. Judentum fügt z.T. noch Mose hinzu, dessen Grab unbekannt ist (Dtn 34,6b). Auch Pinchas, Esra und Baruch werden bis zum Ende aufbewahrt. Aufnahme durch Gott erhoffen Ps 49,16; 73,23 f.; SapSal 4,10 f. für den Frommen allg. Im griech. Mythos (: II., 2.) werden zunehmend Heroen ins Elysium versetzt; Götter nehmen ihre Lieblinge zu sich. Legenden übertragen das auf Geistesmänner (Empedokles, Apollonius von Tyana), Grabinschriften auf Verstorbene. Die röm. Sage erzählt von der E. des Romulus und des Äneas. Bei der consecratio des Kaisers wie in der Heraklessage geschieht sie erst nach dem Tod; so auch in der lk. Verwendung des Motivs (Himmelfahrt: III). Vielleicht deutet auch Q (Lk 11,29 f.; 13,34 f.) das Geschick Jesu als E. (vgl. auch Mk 2,20a). In Apk 12,5 wird der Messias schon als Kind bei Gott in Sicherheit gebracht. Nach 1 Thess 4,17 sollen die Überlebenden mit den Auferweckten entrückt werden; nach Kol 1,13 (vgl. 3,3) sind die Christen schon ins himmlische Reich versetzt. Verborgensein und Wiederkunft nehmen die Šīca und afrikanische Sekten von rel. Führern, der Volksglaube von beliebten Königen an. |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_04388 |