Gott der Vater

. Mit Vater wird der dreieinige Gott in Beziehung zum Menschen bez. (Gotteskindschaft) und eine der drei göttlichen Personen in Beziehung zu den anderen beiden gesetzt. Letzteres ist ontologisch primär. Im Christusereignis werden die innertrinitarischen Beziehungen offenbar (Trinität, Christologie);...

Full description

Saved in:  
Bibliographic Details
Main Author: Schlapkohl, C. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:. Mit Vater wird der dreieinige Gott in Beziehung zum Menschen bez. (Gotteskindschaft) und eine der drei göttlichen Personen in Beziehung zu den anderen beiden gesetzt. Letzteres ist ontologisch primär. Im Christusereignis werden die innertrinitarischen Beziehungen offenbar (Trinität, Christologie); in der Anrede »Abba« (Mk 14,36) wird das bes. Verhältnis Gottes des Sohnes zum Vater ausgedrückt, das Urchristentum nimmt dies durch die Rede von Gott als dem »Vater unseres Herrn Jesus Christus« (2Kor 1,3; Eph 1,3 u. ö.) auf (Vatername Gottes). Die Jünger werden in die innertrinitarische Gemeinschaft hineingenommen und können Gott nun selbst als Vater ansprechen (Mt 6,9; Vaterunser). Nach Augustin (trin. V 11) wird die Person des Vaters in Beziehung zu Sohn und Geist in eigentlichem, die Dreieinigkeit als Ganze in Beziehung zu den Geschöpfen in übertragenem Sinne Vater genannt. In der Ökonomie wird dem Vater die Schöpfung zugeschrieben, nicht als sein alleiniges Werk, sondern per appropriationem, da gilt: opera ad extra sunt indivisa (»die Werke nach außen sind ungeteilt«). In Beziehung zur Welt handeln Vater, Sohn und Geist gemeinsam. In der immanenten Trinität wird der Vater durch die Hervorgangsweisen der generatio activa, der Zeugung des Sohnes (Gott der Sohn), und der spiratio activa, der Hauchung des Geistes (Gott der Geist), von den anderen beiden Personen unterschieden.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_08888