Historienbibel
. Die H. ist ein oft mit Bildern ausgestattetes (Bibelillustration) Prosawerk des 14. und 15.Jh., das den meist durch Einarbeitungen apokr. Texte und profangesch. Darstellungen erweiterten bibl. Erzählstoff in der Volkssprache wiedergibt. Aufgrund formaler Analogien hat man immer wieder Abhängigkeit...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | . Die H. ist ein oft mit Bildern ausgestattetes (Bibelillustration) Prosawerk des 14. und 15.Jh., das den meist durch Einarbeitungen apokr. Texte und profangesch. Darstellungen erweiterten bibl. Erzählstoff in der Volkssprache wiedergibt. Aufgrund formaler Analogien hat man immer wieder Abhängigkeiten von der jüd. Haggada sowie von der christl. Geschichtsschreibung (Eusebius von Caesarea, Hieronymus, Isidor von Sevilla) konstatiert. Eine Hauptquelle vieler H. bildet die zeitweilig in den ma. Vorlesungsbetrieb eingegangene »Historia scholastica« des Petrus Comestor. Nach E.Reuß (RE 3 8, 1900, 152) gilt die H. bis heute als ein »biblisch-erbauliches Volksbuch« mit dem Zwecke des »Religionsunterricht(s) im Gewande der Geschichte«. Diese Definition ist jedoch problematisch. Mit Sicherheit gehörte die H. nicht in den Lehrbetrieb des MA. Als Volksbuch kann man sie trotz ihrer enormen Verbreitung auch nur im eingeschränkten Sinne bezeichnen. Zielgruppe dieser Bibel war der gebildete Laie. Zudem ist zu fragen, ob die H. nicht weniger ein Objekt der Belehrung des Volkes, sondern eher ein Produkt der sich durch Ausschmückung der bibl. Ereignisse auszeichnenden Frömmigkeit des Spät-MA und seiner Laienbewegungen (Devotio moderna) ist. – Durch den Buchdruck fanden die H. wenig Verbreitung, was auf die Neigung der Buchdrucker zu dem auf Reinheit der Quellen bedachten Humanismus (: III.) zurückzuführen ist. Während die H. in Deutschland durch die im Zuge der Reformation entstandene Vollbibel abgelöst wurde, war die H. des Guyart Desmoulins Ausgangspunkt der franz. Bibelübersetzung (: II., 2., a). |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_09913 |