Amun

(Jmn, »Der Verborgene«) gehört zu den großen Göttern des Alten Ägypten. Amon nennen ihn die Propheten Jer 46,25 und Nah 3,8; die Griechen haben ihn mit Zeus gleichgesetzt. Zum ersten Mal wird sein Name in den Pyramidentexten am Ende des 3. Jt. v.Chr. erwähnt: Als Urgott gehört er mit seiner Gefährti...

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Bibliographic Details
Main Author: Schlögl, Hermann A. 1932-2023 (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:(Jmn, »Der Verborgene«) gehört zu den großen Göttern des Alten Ägypten. Amon nennen ihn die Propheten Jer 46,25 und Nah 3,8; die Griechen haben ihn mit Zeus gleichgesetzt. Zum ersten Mal wird sein Name in den Pyramidentexten am Ende des 3. Jt. v.Chr. erwähnt: Als Urgott gehört er mit seiner Gefährtin Amaunet zur Achtheit von Hermopolis. Später ist er Gott des Lebensodems, der alle Dinge beseelt. In Theben manifestiert er sich zu Beginn des 2. Jt. als Königs- und Reichsgott und wird als »Herr der Throne der Beiden Länder« bezeichnet. In der Form »Amun-Re« zieht er die Machtfülle des Sonnengottes Re an sich und steht mit dem Beinamen »König der Götter« an der Spitze des Pantheons. Als überragende Gottesgestalt vereinigt er in sich alle Eigenschaften eines Schöpfers und Erhalters der Welt. Die bedeutendste Kultanlage des Landes, die Tempelstadt von Karnak, ist ihm geweiht. Mit der Göttin Mut als Gemahlin und dem Kindgott Chons als Sohn bildet er dort eine Triade. Die Prozessionsfeste des A. sind die wichtigsten des Landes, und seine Orakel und Verkündigungen haben absolute Kraft. Der Sturz des A. erfolgt durch die Reformation Amenophis' IV. (Echnaton). Nach der Restaurierung des alten Glaubens erreicht A. seine einstige Größe nie wieder; er teilt seine Macht von nun an mit den Göttern Re, Osiris (Isis) und Ptah. In Bildern erscheint A. menschengestaltig mit hoher Federkrone, manchmal in der ithyphallischen Erscheinung des Gottes Min, aber auch als Widder oder Nilgans.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_00646