Baal Shem Tov

(ca.1700 Okop, Ukraine – 1760 Miedzybos, Schlesien), Akronym: »Besht«, wörtl. »Herr des Guten Namens«, übertragen »Herr der weißen Magie«, heißt eigentlich Israel ben Eliezer und wird als der Gründer der modernen jüd. rel. Bewegung der »Chassidim« (Chassidismus) angesehen. Nach chassidischer Überlie...

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Bibliographic Details
Main Author: Dan, Jiali (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:(ca.1700 Okop, Ukraine – 1760 Miedzybos, Schlesien), Akronym: »Besht«, wörtl. »Herr des Guten Namens«, übertragen »Herr der weißen Magie«, heißt eigentlich Israel ben Eliezer und wird als der Gründer der modernen jüd. rel. Bewegung der »Chassidim« (Chassidismus) angesehen. Nach chassidischer Überlieferung ist er ein Schüler des Propheten Ahia ha-Shiloni (1 Kön 11,29), der nach Midrash-Überlieferung Lehrer des Propheten Elia war. Nach der Legendensammlung »Shivchej ha-Besht« (»Lobpreisungen des B.«) lebt B. in seinen ersten 36 Jahren in den Wäldern, arbeitet gelegentlich als Tagelöhner oder als Lehrer in kleinen Städten. 1736 beginnt er zu predigen, zu lehren und wird bald als Heiler und Magier bekannt (daher sein Titel: Herr des Guten Göttlichen Namens, der ihm die Kraft verleiht, Dämonen zu vertreiben und körperlich und geistig Kranke zu heilen). B.s Name und die Namen einiger seiner Anhänger finden sich in den Steuerlisten von Miedzybos aus den 1750er Jahren. Er ist dort beschrieben als »Arzt und Kabbalist« (Kabbala). Von seinem Heimatort aus zieht er mit einer kleinen Gefolgschaft umher. Unter seinen Einfluß kommen: Rabbi Jakob Joseph von Polonoi, Rabbi Dov Baer von Mezeritch, Rabbi Nachman von Horodenka und andere, die auch Teile seiner Predigten aufzeichnen. B. werden einige Abh. zugeschrieben, vermutlich hat er sie aber nicht geschrieben. Ein bedeutender authentischer Brief von B., in dem er eine mystische und messianische Erfahrung aus dem Jahr 1747 schildert, wurde 1781 gedr. Seine Schüler sahen B. als ihren Lehrer in mystischer Kommunion mit dem in der Welt allgegenwärtigen Gott, als den Lehrer eines ekstatischen, mystischen Gebetes und als Person mit wunderbaren rel. Kräften, der andere vor geistl. und weltlichen Gefahren bewahren kann.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_01381