Bahir, Sefer ha-Bahir

(»das Buch des Glanzes«), auch bekannt als der Midrash von Rabbi Nechunja ben ha-Qana (nach dem Weisen des 2.Jh., dem der erste Abschnitt des Buches zugeschrieben wird), ist das erste Werk der Kabbala, das um 1185 wahrscheinlich in der Provence oder in Nordspanien von einem anonymen Autor verfaßt wu...

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Bibliographic Details
Main Author: Dan, Jiali (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:(»das Buch des Glanzes«), auch bekannt als der Midrash von Rabbi Nechunja ben ha-Qana (nach dem Weisen des 2.Jh., dem der erste Abschnitt des Buches zugeschrieben wird), ist das erste Werk der Kabbala, das um 1185 wahrscheinlich in der Provence oder in Nordspanien von einem anonymen Autor verfaßt wurde. Es umfaßt ungefähr 200 Abschnitte, die unterschiedlichen talm. Weisen zugeschrieben werden, und ahmt in seinem lit. Stil die klassischen Regeln des Midrash nach. Es ist das erste Werk, das die göttlichen Mächte in übereinander gelagerten Schichten darstellt, zehn an der Zahl, die oft als umgekehrter Baum dargestellt werden. Die Exegese der Namen und Formen der Buchstaben des Alphabets und der Ursprung und das Wesen des Bösen, Satans und Samaels, sind ebenso zentrale Themen wie der Prozeß der Schöpfung. Sein kabbalistischer Charakter kommt durch das Bild des göttlichen plē´roma (griech. πλη´ρωμα, hebr. male, Fülle) und durch die weibliche Charakterisierung der siebten göttlichen Macht zum Ausdruck, Ideen, die in allen vorhergehenden jüd. Werken fehlen. Er reinterpretierte viele bibl. Verse, Aussagen des Midrash und bes. antike hebr. esoterische und mystische Werke, den »Sefer Jezira« (»Buch der Schöpfung«) und Hekhalot-Abhandlungen. Es ist unklar, ob er bei der Ausarbeitung der Vorstellungen des Pleromas von zehn Mächten und der Weiblichkeit einer von ihnen unbekannte Quellen benutzte, oder ob es sich um seine eigenständigen Beiträge handelt. Zudem ist ungewiß, ob die Schule der Kabbalisten, die in der Provence im Übergang vom 12. zum 13.Jh. entstand, Ideen des B. benutzte, oder ob sie ein unabhängiges, jedoch überraschend ähnliches Phänomen ist.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_01419