Byblos
. Die Frühzeit von B. (גְבַל/Gebal; phön. Gbl; akkad. Gubla; äg. Kb/pn; griech. Βυ´βλος/Býblos; lat. Biblo, Alcobile, Biblium; arab. Gubail; Kreuzfahrer Giblet), 30 km nördlich von Beirut gelegen, ist v.a. durch die Ausgrabungen von Pierre Montet (1920–1924) und Maurice Dunand (1925–1959) erschlosse...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | . Die Frühzeit von B. (גְבַל/Gebal; phön. Gbl; akkad. Gubla; äg. Kb/pn; griech. Βυ´βλος/Býblos; lat. Biblo, Alcobile, Biblium; arab. Gubail; Kreuzfahrer Giblet), 30 km nördlich von Beirut gelegen, ist v.a. durch die Ausgrabungen von Pierre Montet (1920–1924) und Maurice Dunand (1925–1959) erschlossen. Das von ca.4500 v.Chr. an von Fischern bewohnte neusteinzeitliche Dorf wurde im 3.Jt. v.Chr. durch rege Beziehungen nach Ägypten, Mesopotamien und die Ägäis (Griechenland: I) zu einem blühenden internationalen Handelszentrum. Spuren der frühen Größe sind die Ruinen des Tempels von Baalat (Baal/Baalat), der Hauptgöttin der Stadt, und des sog. L-Tempels, in dem eine männliche Gottheit, möglicherweise der Sturmgott, verehrt wurde und dem ab ca.1800 v.Chr. der »Obeliskentempel« folgte, in dem reiche Opferablagerungen gefunden wurden. Auch die königliche Nekropolis mit den Sarkophagen der byblischen Herrscher zeugt von der hochstehenden Kultur und den engen Bindungen nach Ägypten im frühen 2.Jt. v.Chr. Der Versuch, eine lokale, pseudo-hieroglyphische, noch nicht überzeugend entzifferte Schrift zu schaffen, war nicht erfolgreich; die Korrespondenz zwischen B. und Ägypten in der Amarna-Zeit (14.Jh.) ist in Keilschrift und in einem stark kanaanisierten Dialekt des Babylonischen geführt. Die Ereignisse des 12.Jh., die Invasion der Seevölker, und das »dunkle Zeitalter« der Levante scheinen in B. keine Spuren hinterlassen zu haben. Im 11.Jh. besuchte der äg. Beamte Wen-Amon B., um Zedernholz zu kaufen, und B. zahlte Tribut an den ass. König Tiglatpileser I. Zu dieser Zeit war die phön. alphabetische Schrift (Phönizien) bereits in Gebrauch; bestes Zeugnis für ihre frühe Phase ist eine Serie byblischer Königsinschriften aus dem 10.Jh., darunter die auf dem Sarkophag von König Ahiram eingravierte. Ohne die ökonomische Unabhängigkeit zu verlieren, war B. in den folgenden Jh. oft ass. Königen tributpflichtig, wurde aber im Laufe der Zeit darin von Sidon und Tyrus (: in Phönizien) in den Schatten gestellt, vgl. Ez 26–28, bes. 27,9. Neben Tyrus galt Gebal/Byblos auch später noch als Herkunftsort begehrter Bauhandwerker (1 Kön 5,32). Während der sem. Ortsname »Gebal« mit »Berg« zusammenhängt, erklärt B. Rolle als Hauptexporthafen für Papyrus in die hell. Welt nicht nur den griech. Ortsnamen B., sondern auch, warum βυ´βλος im Griech. »Papyrus« und βιβλι´ον/biblíon »Buch« bedeutet (mit dem Plural βιβλι´α, von dem dt. »Bibel« durch das Mittellat. abgeleitet ist). Die griech.-röm. Zeit, in der sich die byblischen Kulte von Adonis und Aphrodite Byblia in der mediterranen Welt ausbreiteten, brachte für B. eine Phase neuer Größe. Im 1./2.Jh. n.Chr. lebte hier Philo Byblius (Israel: II.; Israel und Kanaan). Die Kreuzfahrer nahmen die Stadt 1103 ein, verloren sie aber 1189 an Saladin. Einige der antiken Baudenkmäler waren um 1170, als Benjamin von Tudela B. besuchte, noch erhalten; spätere Zeiten haben B. dann als Steinbruch für eigene Bauvorhaben benutzt. |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_02617 |