Coccejus, Johannes

(Coch), Johannes (9.8.1603 Bremen – 5.11.1669 Leiden). 1630 wurde er Prof. in Bremen (Philologia sacra), 1636 in Franeker (Hebr.; 1643 Theol.) und 1650 in Leiden (Theol.). Als Student hatte er von M.Martini (Bremen) ein bleibendes Interesse für die jüd. und die isl. Rel., von S.Amama (Franeker) eine...

Full description

Saved in:  
Bibliographic Details
Main Author: Groot, A. de (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:(Coch), Johannes (9.8.1603 Bremen – 5.11.1669 Leiden). 1630 wurde er Prof. in Bremen (Philologia sacra), 1636 in Franeker (Hebr.; 1643 Theol.) und 1650 in Leiden (Theol.). Als Student hatte er von M.Martini (Bremen) ein bleibendes Interesse für die jüd. und die isl. Rel., von S.Amama (Franeker) eine gründliche Schulung in den bibl. Sprachen erhalten. Seine Arbeit zur Kommentierung fast aller Bibelbücher und zur Vorbereitung seines großen »Lexicon et commentarius sermonis hebraici et chaldaici V.T.« (1669) steht in engem Zusammenhang mit seinen dogmatischen Schriften (Hauptwerk: Summa doctrinae de foedere et testamento Dei, 1648), die, im Anschluß an C.Olevian u.a., die foedera im göttlichen Handeln aufdecken und systematisieren (Föderaltheol.). Anders als in der gängigen ref. Orthodoxie, die den dogmatischen Stoff mit Hilfe aristotelischer Begriffe der Reihe der Gottesdekrete nach entfaltet, ist in C.' System die Heilsgesch. konstitutiv. Nach C. ist das mit Adam gestiftete foedus operum durch das foedus gratiae allmählich stufenweise abgeschafft worden und wird die Menschheitsgesch. auf das Kommen des Gottesreiches ausgerichtet. Trotz wachsender Anerkennung seiner theol. Position blieben C. Konflikte nicht erspart. Gegen J.Hoornbeeck und A.Essenius befürwortete er aus exegetischen Gründen eine nicht-puritanische Sonntagsheiligung. Die Zuverlässigkeit des MT verteidigte er gegen Isaacus Vossius. G.Voetius und S.Maresius griffen C.s Wertschätzung des AT an. Es entstand in der niederländischen ref. Kirche gegenüber der voetianischen Strömung eine coccejanische Gruppierung, deren Vorliebe für die cartesische Philos. sich aber bei C. selbst nicht nachweisen läßt.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_03111