Comma Johanneum

»das Satzglied von Johannes«, ist die Passage 1Joh 5,7b – 8a: »im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind eins. (8) Und drei sind es, die bezeugen auf Erden«. In griech. Textzeugen erscheint es nicht vor dem 14.Jh. Fünf Mss. haben es im Text (Minuskel 61, 629, 918, 23...

Full description

Saved in:  
Bibliographic Details
Main Author: Jonge, Henk Jan de 1943-2022 (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:»das Satzglied von Johannes«, ist die Passage 1Joh 5,7b – 8a: »im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind eins. (8) Und drei sind es, die bezeugen auf Erden«. In griech. Textzeugen erscheint es nicht vor dem 14.Jh. Fünf Mss. haben es im Text (Minuskel 61, 629, 918, 2318, 2473), in vier anderen ist es als Variante beigeschrieben (88, 221, 429, 636). Es fehlt in allen alten Bibelübersetzungen, auch in den ältesten Zeugen der Vetus Latina und Vulgata. Es wird zuerst bezeugt im lat. »Liber apologeticus« (Kap.4) vom span. Bf. Priscillianus (gest.385) oder seinem Nachfolger Instantius. Im 5.Jh. wird es zitiert von lat. Autoren in Nordafrika und Italien. Ab dem 6.Jh. erscheint es in Mss. der Vetus Latina und Vulgata. Das C.J. entstand auf lat. in Nordafrika oder Spanien im 3./4.Jh., nachdem der kürzere Text (V. 7a, 8b) als Zeugnis für die Trinitätslehre verstanden worden war: Die Interpolation explizierte diese Interpretation. Die griech. Fassung ist aus der lat. übersetzt. Die Complutensis (1514) enthält das C.J. im griech. Text, aber ad hoc aus der Vulgata übertragen. Erasmus hat es 1516 und 1519 als unecht aus seinem griech. Text und der lat. Übers. des NT ausgeschlossen. 1521 hat er es aber in eine separate Ausg. seiner lat. Übers. aufgenommen, 1522 auch in seine 3. Ausg. des NT, sowohl in den lat. als auch in den griech. Text (aus Min. 61), nur um seine Ausg. des NT vor Verketzerung zu schützen. Hierdurch wurde es Teil des Textus receptus. Seit dem 19.Jh. lassen krit. Ausgaben es wieder aus. Das C.J. gilt jetzt allg. als später Einschub.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_03160