Ehelosigkeit

. In der Gesch. des Christentums wurde E. oft höher geschätzt als die Ehe. Noch der Katechismus der kath. Kirche von 1993 (Nr.1618 ff.) hebt E. bzw. Jungfräulichkeit sehr hervor. Den Hintergrund bilden ntl. und altkirchl. Aussagen. Für Paulus begründete es sich aus der eschatologischen Naherwartung,...

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Main Author: Kreß, H. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:. In der Gesch. des Christentums wurde E. oft höher geschätzt als die Ehe. Noch der Katechismus der kath. Kirche von 1993 (Nr.1618 ff.) hebt E. bzw. Jungfräulichkeit sehr hervor. Den Hintergrund bilden ntl. und altkirchl. Aussagen. Für Paulus begründete es sich aus der eschatologischen Naherwartung, der E. und Askese einen höheren Rang als der Ehe zuzusprechen (1Kor 7; vgl. Mt. 19,12). Wenn z.T. im NT und v.a. in der Alten Kirche E. empfohlen wurde, erklärt sich dies aber auch aus der Rezeption sexualasketischer Ideale der damaligen rel. Umwelt. Im MA trat eine deutlichere theol. Wertschätzung der Ehe zutage, v.a. durch die Sicht der Ehe als Sakrament seit dem 12.Jh. Doch E. blieb auch im MA einer der »evangelischen Räte« (concilia evangelica), deren Befolgung zum Stand der Vollkommenheit beitrug. Erst die Reformation hat E. im Vergleich zur Ehe sehr nachdrücklich in den Hintergrund gerückt, jede Verdienstlichkeit von E. bestritten und daher auch den Zölibat abgelehnt.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_04065