Evangelium nach Philippus

(NHC II, 3; EvPhil), durch Kirchenschriftsteller dem Namen nach bekannt, auch mittels eines Zitats (Epiph. haer. 26,13, 2–3), als ganzer Text jedoch nur in kopt. (sahidischer) Übers. (aus dem Griech.) erhalten. Da aber das Epiph.-Zitat im kopt. Text nicht vorkommt, ist es nicht sicher, ob es sich um...

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Bibliographic Details
Main Author: Schenke, H. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:(NHC II, 3; EvPhil), durch Kirchenschriftsteller dem Namen nach bekannt, auch mittels eines Zitats (Epiph. haer. 26,13, 2–3), als ganzer Text jedoch nur in kopt. (sahidischer) Übers. (aus dem Griech.) erhalten. Da aber das Epiph.-Zitat im kopt. Text nicht vorkommt, ist es nicht sicher, ob es sich um ein und dasselbe EvPhil handelt. Das erhaltene EvPhil sperrt sich gegen jeden Gliederungsversuch. Sein mit valentinianischen Vorstellungen (Valentinianismus) und Begriffen durchsetzter Text ist sprunghaft, wahrscheinlich bloß eine lange Kette von Exzerpten (aus Taufkatechesen [Isenberg] oder Philippus-Akten [Schenke]). Auch sind die Bez. als Ev. und die Zurückführung auf den Apostel Philippus nicht einsichtig. Jesus kommt zwar vor; es wird aber nicht durchgängig von ihm erzählt. Es gibt auch Herrenworte; aber das Ganze ist eben doch keine Spruch-Sammlung (wie das in NHC II vorhergehende Evangelium nach Thomas). Der Apostel Philippus als Gewährsmann kommt im Text selbst nur einmal vor (§ 91). Es ist aber dennoch möglich, daß das EvPhil in einer echten Philippus-Tradition steht, die seinen ersten Lesern durchaus als solche bewußt war. Der Zweck der Schrift ist die Propagierung der Bekehrung zum (valentinianischen) Christentum, die durch ein komplexes Initiationsritual (bestehend aus den fünf Sakramenten: Taufe, Salbung, Erst-Eucharistie, Erlösung und Brautgemach) vollzogen werden muß und das nach seinen Eck-Riten auch einfach als »Taufe« und/oder »(Mysterium des) Brautgemach(s)« bez. werden kann.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_04825