Gebetsmantel

(hebr. Tallit) ist ein viereckiges, meist aus Wolle, heute oft aus Seide, gewebtes Tuch (entsprechend dem in der Antike von Männern getragenem Obergewand), an dessen vier Enden die acht Schaufäden oder Quasten (hebr. Ziziot) angebracht werden, die an Gottes Gebote erinnern sollen. Der Brauch des Tra...

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Main Author: Herrmann, K. (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
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Published: 2015
In: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
Volltext (lizenzpflichtig)
Description
Summary:(hebr. Tallit) ist ein viereckiges, meist aus Wolle, heute oft aus Seide, gewebtes Tuch (entsprechend dem in der Antike von Männern getragenem Obergewand), an dessen vier Enden die acht Schaufäden oder Quasten (hebr. Ziziot) angebracht werden, die an Gottes Gebote erinnern sollen. Der Brauch des Tragens von Schaufäden ist in Num 15,37–41 und Dtn 22,14 begründet und wird auch im NT (Mt 23,5) erwähnt. Die rabb. Lit. enthält genaue Bestimmungen über die Schaufäden (v.a. in dem außerkanonischen Talmudtraktat Zizit). Der G. wird vor den Gebetsriemen angelegt (sofern letztere getragen werden), und zwar nach einem bes. Segensspruch. Er wird von jüd. Männern (wobei heutzutage für nicht orth. Jüdinnen das Tragen des G. sich mehr und mehr durchzusetzen beginnt) beim täglichen Morgengebet getragen (also auch am Sabbat und an Feiertagen [Feste/Feiern: III.), vom Vorbeter jedoch bei jedem Gebet (: XI.), am 9. Av (Tag der Tempelzerstörung) erst am Nachmittag, am Versöhnungstag ganztätig. Neben dem G. setzte sich zudem ein sog. »Kleiner G.« (hebr. Tallit qatan, auch als arba' kanfot=»vier Ecken« bez.) mit Schaufäden durch, der während des ganzen Tages unter der gewöhnlichen Kleidung getragen wird, wobei entsprechend dem Vers »Wenn ihr sie seht« (Num 13,39) die Schaufäden über die Kleidung hängen.
ISSN:2405-8262
Contains:Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
Persistent identifiers:DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_08173