Gebetsriemen
(hebr. tefillin) sind zwei schwarze würfelförmige Kapseln (hebr. bajit, »Haus«), die mit schwarzen Lederriemen auf den linken Oberarm (auch »G. der Hand« oder »des Arms« genannt) »dem Herzen gegenüber« und »zw. die Augen« (»G. des Hauptes«) »gelegt« werden. Beide Kapseln enthalten die vier Bibelabsc...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | (hebr. tefillin) sind zwei schwarze würfelförmige Kapseln (hebr. bajit, »Haus«), die mit schwarzen Lederriemen auf den linken Oberarm (auch »G. der Hand« oder »des Arms« genannt) »dem Herzen gegenüber« und »zw. die Augen« (»G. des Hauptes«) »gelegt« werden. Beide Kapseln enthalten die vier Bibelabschnitte Ex 13,1–10 (Heiligung der Erstgeburt; Passafeier), 13,11–16 (Auszug aus Ägypten), Dtn 6,4–9 (Einzigkeit Gottes; Aufforderung, ihn zu lieben und ihm zu gehorchen) und Dtn 11,13–21 (Anerkennung von Gottes Geboten), die in der Handkapsel auf einem, in der Stirnkapsel auf vier Pergamentstreifen geschrieben sind. Der Brauch ist von den in den genannten Texten mehrfach belegten Begriffen »Binden« und »Schmuck« (hebr. totafot) abgeleitet (vgl. etwa Dtn 6,8). Das hohe Alter dieses Brauchs ist aus schriftlichen und archäologischen Zeugnissen erwiesen (Aristides apol. 158 f.; Flav.Jos.Ant. IV 213; Mt 23,5). Die ältesten erhaltenen G. stammen aus Qumran, wobei auffälligerweise hier auch teilweise der Dekalog enthalten ist. Allg. gültig wurde der Brauch, daß G. von jüd. Männern vom 13. Lebensjahr an an Werktagen beim Morgengebet und gelegentlich auch mittags angelegt werden. Am Sabbat und an den Hauptfeiertagen (Feste/Feiern: III.) werden sie nicht angelegt, am 9. Av (Tag der Tempelzerstörung) erst am Nachmittag. In der Reformbewegung des 19.Jh. (Reformjudentum) als pagane Amulette gedeutet und abgelehnt (A.Geiger), sind sie heute auch in den reformierten Gemeinden wieder in Mode gekommen, wobei die G. gestützt auf bEr 96a mehr und mehr von Frauen getragen werden. |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_08175 |