Himmelfahrt und Martyrium des Jesaja
. Die apokr., zu den Apokalypsen zählende »Himmelfahrt Jesajas« (AscJes) besteht aus zwei klar voneinander zu unterscheidenden Teilen: dem »Martyrium Jesajas« (1–5) und der »Vision Jesajas« (6–11). MartJes ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Hebr. in Palästina verfaßt worden. Die Ursprache der »Vis...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
| Check availability: | HBZ Gateway |
| Interlibrary Loan: | Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany) |
| Published: |
2015
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
Year: 2015 |
| Online Access: |
Volltext (lizenzpflichtig) Volltext (lizenzpflichtig) |
| Summary: | . Die apokr., zu den Apokalypsen zählende »Himmelfahrt Jesajas« (AscJes) besteht aus zwei klar voneinander zu unterscheidenden Teilen: dem »Martyrium Jesajas« (1–5) und der »Vision Jesajas« (6–11). MartJes ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Hebr. in Palästina verfaßt worden. Die Ursprache der »Vision Jesajas« ist Griech.; ihr Entstehungsort sowie der Ort der Endredaktion von AscJes (3. – 4.Jh. n.Chr.) sind ungewiß. AscJes liegt vollständig nur in einer äth. Übers. vor (4. – 6.Jh. n.Chr.). Hinzu kommen einige griech. und lat. Frgm. Die »Vision« ist außerdem durch eine weitere Rezension (lat. und altslaw.) belegt. MartJes ist bis auf einen christl. Einschub (sog. Testament Hiskias; 3,13–4,22; Ende 1.Jh. n.Chr.) eine jüd. Märtyrerlegende, die in die Zeit der Religionsverfolgung unter Antiochus IV. Epiphanes zurückreicht (Abfassung 2. – 1.Jh. v.Chr.). Sie ist den Gesch. Elazars und der Mutter mit den sieben Söhnen (2Makk 6,18–7,42) vergleichbar. Geschildert wird Jesajas Weissagung des Abfalls Manasses von Hiskia, Jesajas Flucht in die Wüste (Verbindung zur Gemeinschaft von Qumran wird erwogen) und seine Ermordung durch Manasse (Motiv des Zersägens; vgl. jSan 10,2). In der christl. Erweiterung (Vision Jesajas; 2.Jh. n.Chr.) wird die Himmelfahrt Jesajas und seine Vision von der Menschwerdung, der Kreuzigung, der Auferstehung (: II.) und der Himmelfahrt Jesu Christi geschildert. MartJes und Vision Jesajas sind durch die Begründung verbunden, Jesaja sei wegen dieser Hiskia berichteten Vision hingerichtet worden. Von bes. theol. Interesse sind in MartJes die Dämonologie und in der Vision der möglicherweise gnost. Einfluß aufweisende Bericht der Himmelsreise (6,1–10,6), die Beschreibung der Menschwerdung Jesu und der Verborgenheit seiner wahren Natur (10,7–11,33; vgl. Phil 2,6 ff.; 1Kor 2,8 ff.), die Schilderung der Trinität (9,27–42) sowie im Testament Hiskias der Bericht über den Parteienstreit in der Frühkirche (3,13–4,22). |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_09854 |