Hiskia
(hebr. חִזְקִיָּה/ḥizqijjāh) regierte Juda als König von 725–696 v.Chr. Unter seiner Regierung entwickelte sich das Königreich Juda von einem Tribalstaat, der auf dem judäischen Gebirgsblock isoliert von den polit. Ereignissen geringer als das höher entwickelte Nordreich Israel (: II., 1.) tangiert...
| Main Author: | |
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| Format: | Electronic Dictionary entry/article |
| Language: | German |
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| In: |
Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Online Access: |
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| Summary: | (hebr. חִזְקִיָּה/ḥizqijjāh) regierte Juda als König von 725–696 v.Chr. Unter seiner Regierung entwickelte sich das Königreich Juda von einem Tribalstaat, der auf dem judäischen Gebirgsblock isoliert von den polit. Ereignissen geringer als das höher entwickelte Nordreich Israel (: II., 1.) tangiert wurde und ökonomisch vornehmlich auf der Kleinviehzucht basierte, zu einem voll entwickelten Staat. Ausgelöst wurde dieser Entwicklungsschub durch die Eroberung Samarias (722) und endgültige Einverleibung Israels in das Provinzsystem des neuass. Reiches (720), so daß sich ein Strom von Flüchtlingen aus Israel nach Juda ergoß, wofür die Zunahme der Bevölkerung von Jerusalem im 8.Jh. auf mehr als das Doppelte ein Indiz ist. Lag die ass. Staatsgrenze damit unmittelbar vor den Toren Jerusalems, mußte Juda sich den Verwicklungen internationaler Politik stellen. H. wurde zu einem Führer des Widerstands der Völker auf der syr.-paläst. Landbrücke gegen Assyrien, als mit dem Tod Sargons II. (722–705) sich eine Gelegenheit bot, das Joch ass. Vasallität mit Unterstützung Ägyptens (: II., 1.), das in der XXV. Dynastie erstarkte, abzuwerfen. H. brachte eine Koalition zw. Ägypten und phön., philistäischen und transjordanischen Staaten unter seiner Führung zusammen, die aber nach der Konsolidierung der Macht des ass. Königs Sanherib (705–681) wieder zerfiel, so daß schließlich Juda unter H. allein dem Gegenschlag der ass. Militärmacht gegenüberstand, die 701 Juda bis auf Jerusalem, das H. durch Unterwerfung und hohe Tributleistungen rettete (TGI 68 f.), eroberte und Teile der Bevölkerung in das erste judäische Exil deportiert wurden. Die jahrelangen Vorbereitungen auf den ass. Angriff führten zu einem Modernisierungsschub in Juda, der tiefe Spuren auch in der Mentalitätsgeschichte hinterlassen hat. In umfangreichen Umsiedlungsaktionen wurde die ländliche Bevölkerung in die zu Festungen ausgebauten Städte wie Lachish verbracht, die sich einigeln sollten, um eine offene Feldschlacht gegen die ass. Armee zu vermeiden. Damit wurden die gewachsenen Gentilstrukturen einschließlich der Ahnenverehrung (: III.) aufgrund des Verlustes der Gräber und die von ihnen getragenen Solidarbeziehungen in den Familien zerstört. In Jerusalem ließ H. die Befestigung der Stadt auf dem Südost-Hügel verstärken (2Chr 32,5) und verbesserte die Wasserversorgung durch Siloatunnel und -teich (2Kön 20,20; vgl. KAI 189). Die Befestigung der Neustadt auf dem Südwest-Hügel ist nicht H., sondern Josia zuzuschreiben (2Kön 22,14; vgl. Otto, Jerusalem, 67 f.).1100 2015 |
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| ISSN: | 2405-8262 |
| Contains: | Enthalten in: Religion in Geschichte und Gegenwart online
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| Persistent identifiers: | DOI: 10.1163/2405-8262_rgg4_SIM_09909 |