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. Die Oase am Westufer des Toten Meeres bietet durch die Verbindung von heißem Klima und reichem Wasser (En, st. cstr. von ‘Ajin/עיןִ, »Quelle«) seit jeher ideale Lebensumstände für Menschen, seltene Tiere (u.a. Panther, Klippdachse, Steinböcke [hebr. gedi »Böckchen«]) und Pflanzen (Wein, Henna [Hhl...

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Bibliographic Details
Main Author: Weiß, Hans-Friedrich 1929-2016 (Author)
Format: Electronic Dictionary entry/article
Language:German
Check availability: HBZ Gateway
Interlibrary Loan:Interlibrary Loan for the Fachinformationsdienste (Specialized Information Services in Germany)
Published: 2010
In: Theologische Realenzyklopädie
Year: 2010, Volume: 30
Online Access: Volltext (lizenzpflichtig)
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Description
Summary:. Die Oase am Westufer des Toten Meeres bietet durch die Verbindung von heißem Klima und reichem Wasser (En, st. cstr. von ‘Ajin/עיןִ, »Quelle«) seit jeher ideale Lebensumstände für Menschen, seltene Tiere (u.a. Panther, Klippdachse, Steinböcke [hebr. gedi »Böckchen«]) und Pflanzen (Wein, Henna [Hhld 1,14], Datteln [Sir 24,14], Balsam [Flav. Jos. Ant. 9,7, Bell. 4,468; Plinius, Naturalis historia 12,113; Shab 26a]). Schon im 4.Jt. lag nahe den Quellen ein Wallfahrtsheiligtum mit ummauertem Hof und großem Hauptraum (20×5 m). Die Menschen lebten wohl in umliegenden Höhlen – wie später auch David (1 Sam 24,1, vgl. 23,29). Im späten 7.Jh. entstand auf Tel Goren (Tell el-Gˇurn) eine feste Siedlung (vgl. Jos 15,62): ein königliches Krongut zur Produktion von Parfüm, wie entsprechende Installationen, Industriekeramik, Gewichtsteine und gestempelte Krughenkel (»für den König«) zeigen. Aus der Perserzeit kam außer Gräbern ein 23-Zimmer-Haus mit einheimischer und attischer Keramik, jehûd-Krügen und gläsernen Gesichtsmasken zutage. Ptolemäische, seleukidische und hasm. Münzen weisen auf Handel in der hell. Epoche. Eine röm. Zitadelle mit Wehrturm wurde im ersten jüd. Aufstand von den Sikariern aus Masada (Flav. Jos. Bell. 4,402 ff.), im zweiten von Bar Kokhbas Leuten (Bar Kokhba-Aufstand) überrannt (vgl. dessen nach E. gesandte Briefe: IEJ 11, 1961, 40–50), aber jeweils wieder zurückerobert. Versuche, die Qumran-Gemeinschaft (Qumran) in E. zu lokalisieren, haben wenig für sich. Ein Badehaus, Wohnbauten und eine mosaikgeschmückte Synagoge zeugen von Neubesiedlung in spätröm.-byz. Zeit (vgl. Eus., Onomasticum 86,18). Nach einer schweren Zerstörung blieb der Ort verlassen.
Contains:Enthalten in: Theologische Realenzyklopädie
Persistent identifiers:DOI: 10.1515/tre.30_511_30